Der zweite Riesenschritt

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Dieser Schritt ist die Erklärung, warum wir Menschen oft gewünschte Veränderungen nicht schaffen oder Jahre dafür brauchen. Denn wie gesagt: Veränderung passiert blitzschnell – das ist ungefähr so schnell wie ein Blitz!

Die Idee wäre also: Lass diesen Blitz JETZT passieren.

Und wie machen wir das? Darum solls heute  gehen.
Allerdings klingt dieser Schritt zunächst wenig sexy. Er lautet nämlich: „Setz´ Dich unter Druck!“ Daher muss ich ganz kurz ausholen:

Um ein Gefühl oder ein Verhalten zu verändern, muss ich das Grund-Muster (=Ritual) verändern, das mich in meinem alten Gefühl oder Verhalten gehalten hat. Wenn sich nichts verändert, dann einfach deshalb, weil ich mehr Schmerzen an eine Veränderung gekoppelt habe als an den alten Zustand. Oder ich kopple nicht genug Harmonie, also Freude an die Idee der Veränderung. Es ist für mich dann nicht erstrebenswert genug. Wir müssen uns also leider aufraffen und genügend Schmerzen an unsere momentane Situation, an unsere momentane Emotion oder unser momentanes Verhalten koppeln, wenn wir uns wirklich verändern wollen. Unsere Situation muss so schmerzhaft werden, dass Veränderung zu einem unbedingten Muss wird. Nicht ein „Sollte“, nicht ein „Könnte“, nicht ein „Wäre-besser“, sondern ein UNBEDINGTES MUSS.

Zu diesem Zweck werden wir uns bewusst, dass wir bezüglich einer Idee möglicherweise verschiedene Emotionen vermischt haben. Vielleicht denkst du: „Meine Karriere hängt von dieser einen Produktion ab. Was aber, wenn ich wirklich das Projekt durchziehe, alles Notwendige auf die Beine stelle, die Produktion realisiere – und dann kommen keine Leute und ich bin pleite?“
Oder: „Ja, ich sollte mehr auf meine Gesundheit schauen. Aber was ist, wenn ich mich vielleicht wirklich jeden Tag irgendwie bewege, versuche mehr, weniger oder gesünder zu essen, also den ganzen Aufwand – und dann nehme ich am Ende womöglich trotzdem nichts ab oder werde krank?“ Diese Vermengung der Emotionen, das Vermischen der Gefühlskoppelungen ist es, was uns von der Veränderung fernhält.

Du kannst dich verändern, daran besteht kein Zweifel. Jetzt sofort könntest du mit dem Rauchen aufhören, über glühende Kohlen gehen, Fesseln abwerfen, die Depression verlassen, deinen Film durchziehen, eine Platte aufnehmen und auch verkaufen… du müsstest es nur tun. Aber du musst es tun. Es genügt nicht, dass wir nur davon reden, leider!
Aber die meisten reden nur davon und tun es nicht. Und sie tun es nicht nicht, weil sie es nicht könnten, sondern weil sie zu wenig motiviert sind.
Überleg einmal: Wenn ich eine Pistole an deinen Kopf hielte und sagte: „Du machst jetzt besser deinen Film oder du bist Geschichte.“, ich traue mich wetten, dass du einen Weg finden würdest, meiner Forderung nachzukommen. WARUM? Weil du auf einmal unter großem Druck stündest. Dein Hirn sagt dir, dass Nicht-Verändern zu schmerzhaft für dich wäre. Und du würdest staunen, wie schnell alles dauerhaft anders wär‘.

Wir können uns alle jederzeit und sofort verändern. Uns fehlt nur meist der innere Druck.
Wenn du wegen einer Sache zu einer Therapeutin gehst und immer wieder und wieder und wieder wegen der gleichen Sache hingehst, ohne dich zu verändern – fehlt dir der Druck. Vielleicht schätzt du deine Therapeutin als Freund. Das ist großartig. Aber auf einmal hast du den Druck so zu bleiben, wie du bist. Und Veränderung würde bedeuten, dass du diese wunderbare Freundin verlieren würdest. Wir können das ruhig „Sekundär-Gewinn“ nennen.
Da verletzt sich jemand plötzlich in einem Theater, und zunächst ist es natürlich furchtbar wichtig, rasch wieder gesund zu werden. Aber als er sich verletzt hatte, ist etwas anderes auch noch passiert: Kollegen und Freunde zeigten ihm ihr Mitgefühl. Sie bedauerten ihn, halfen, wo es nur möglich war, und taten Dinge für ihn, die sie zuvor niemals gemacht hätten. Und auf einmal veränderte sich seine Motivation: Bewusst wollte er natürlich gesund werden, aber unbewusst sagte ihm sein Gehirn: „Das ist eine ziemlich gute Geschichte. So gut ging es dir noch nie.“
Und so hatte er die Gefühle vermischt. Die Ärzte waren ratlos: „Warum heilt der Körper nicht?“ Nun, er war längst geheilt! – Aber er produzierte noch immer die Symptome. WARUM? Weil ein Mangel an Veränderung immer etwas mit vermischten Emotionen zu tun hat.

Wie ändern wir das dauerhaft und mit Spass obendrein? Die Antwort ist offensichtlich: Wir müssen zu dem Punkt gelangen, wo wir so begeistert von der Vorstellung unserer veränderten Situation sind, dass wir sie mehr als irgend etwas anderes auf dieser Welt wollen. Alles, was wir dann dazu benötigen, ist die Realisierung dieser Vorstellung. Jemanden finden, der bereits so eine Veränderung erfolgreich lebt (=Gefühlssubstitution). Jemanden finden, der uns ein Vorbild sein kann, jemanden finden, die eine Depression überwunden hat, die eine Subvention ergattern konnte, Übergewicht verloren hat, …

Das ist das erste Element. Und zweitens: Kopple soviel Schmerzen an die UNveränderte Situation, dass du dich einfach verändern MUSST, und zwar sofort. Das erreichst du z.B., indem du =Dissonanz-assoziative-Fragen stellst. Also Fragen, deren Antworten unangenehme Gefühle in dir auslösen. Z.B.: „Was verliere ich, wenn ich mich nicht ändere?“, „Was hat mich dieses Verhalten bzw. Gefühl bereits an Lebensqualität gekostet?“ Und indem du dich mit diesen Gefühlen identifizierst, indem du zu einem Punkt gelangst, an dem dein Hirn sagt: „Mir reicht´s! So nie mehr!“ – verändert sich dein Leben.

Mach dazu gleich die folgende Übung:

Nimm deinen Veränderungswunsch vom ersten Riesenschritt (mein letzter Blog-Eintrag) zur Hand. Die Definition, WAS du wirklich willst und was dich bis jetzt davon abgehalten hat. Du hast damit dein Thema. Denk jetzt über die Schmerzen, die Dissonanzen nach, die du durch dein altes Verhalten /Gefühl bereits erlitten hast. Worauf hast du verzichten müssen, weil du dich noch nicht verändert hast? Worauf musst du in Zukunft verzichten, wenn du dich nicht veränderst? Warum musst du dich JETZT verändern? Mach dir diese Schmerzen bewusst und real.

Und weiter, wenn du dich veränderst, was bekommst du stattdessen, was für Freude, Harmonie und Belohnung erwartet dich durch die Veränderung? Machen dir auch das bewusst. Visualisiere das. Du weisst ja noch: Jeder visualisierte Gedanke hat das Bestreben sich zu verwirklichen! Stell dir dich selbst auf dieser nächsten, höheren Stufe vor. Diese Vorstellung muss großartig sein. Nimm wieder deinen Bleistift zur Hand und schreib so lange, bis du klar und deutlich WEISST, dass die Veränderung ein MUSS ist.

 

OK! Wir sind den ersten Riesenschritt gegangen: Wir haben 100-prozentig geklärt, was wir wirklich wollen und was uns bis jetzt vom Erreichen abgehalten hat. Wir sind auch den zweiten Riesenschritt gegangen und haben jetzt jede Menge Druck. Wir wissen, dass wir nicht mehr einen weiteren Tag ohne die Veränderung leben wollen und wie grossartig unser Leben mit dieser neuen Veränderung ist.

Wenn du es bis hierher geschafft hast, liegt die größte Anstrengung schon hinter dir. Hier gilt nämlich wieder einmal meine 80:20 Regel! Weil 80% der Veränderung dieses starke WARUM betrifft, das du soeben definiert hast. Nur 20% bleiben für das WIE. Das WIE ist einfach! Es gibt so viele gute Wege, und du wirst im Laufe der Zeit (z.B. über diesen Blog) jede Menge davon kennen lernen. Das WIE ist ein Witz im Vergleich zum WARUM. Aber du musst genug zwingende Gründe für die Veränderung haben.

Auch, wenn wir wissen, was wir wollen, wenn wir an dem Punkt angelangt sind, wo wir Tonnen von Druck verspüren, können wir noch immer ein Problem haben. Es gibt Menschen, die wissen, was sie wollen, und die vom Druck der Notwendigkeit fast zerquetscht werden, und die dennoch die selben Dinge immer wieder und wieder und wieder und wieder machen.
Du kennst ja vielleicht die Definition von Verrücktheit: immer dasselbe zu tun, und unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten. Unter diesem Gesichtspunkt sind wir alle zeitweise ganz schön verrückt.
Verrückt wie die Fliege am Zimmerfenster, die versucht hinauszukommen. Zum Licht fliegen, sagt ihr der gesunde „Menschenverstand“. Nur, da ist das Fenster dazwischen und sie kracht mit ihrem Kopf dagegen. Und was macht sie? Sie kracht nochmals dagegen, und kracht wieder dagegen, und kracht wieder dagegen. Manche Fliegen finden nie die Lösung für dieses Rätsel. Sie fallen ihr Leben lang auf den gleichen Irrtum herein, machen immer dasselbe und sterben im Raum hinter der Glasscheibe.

Die einzige Möglichkeit sich zu verändern – sogar mit klaren Zielen und Motivation – ist: wir müssen auch den nächsten Riesenschritt gehen, den ich in Kürze posten werde!

Inzwischen lege ich dir das WARUM ans Herz und stehe natürlich für Fragen, besondere Anliegen und/oder Feinjustierungen persönlich oder zur Verfügung – schick´ mir eine kurze Botschaft oder melde dich hier.

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