Sind die „Falschen“ nervös?

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Die Bombe platzte in einem NASA-Testlabor, Mitte der 70er Jahre… Man hatte Ratten Adrenalin injiziert, also genau das Hormon, das bei den einen dieses euphorische Hochgefühl auf dem Podium (peak performance) auslöst, während es bei anderen nur zu Panik und Druck führt. Man untersuchte damals das Stressverhalten unter Extrembedingungen. Doch mit dem Ergebnis hatte wirklich niemand gerechnet: Alle Tiere, die für den Zeitpunkt der Injektion unter Stress gebracht waren, wurden aggressiv, reagierten panisch und „waren zu nichts zu gebrauchen“. Wurde allerdings das Adrenalin ruhigen und ausgeglichenen Tieren injiziert, zeigten sie euphorisches, vorlautes Verhalten!

In der Zwischenzeit wurde eindeutig (auch, und gerade beim Menschen) bewiesen, dass Adrenalin-Injektionen bei fröhlichen und furchtlosen Individuen Begeisterung produzieren, während die gleichen Injektionen Panik und unter Umständen sogar phobisches Verhalten bei ursprünglich ängstlichen Menschen auslösen.

Eine Tatsache, die zum Schluss führt, dass unser Gefühlszustand VOR dem Auftritt (also dem Zeitpunkt der Adrenalin-Ausschüttung = Adrenalin-Injektion) bestimmt, ob wir am Podium Euphorie und Begeisterung oder Lampenfieber und Nervosität erleben.

Diese Erkenntnis stellt einen Meilenstein in der Stressforschung dar, und wir werden sie uns sinnvollerweise immer wieder in Erinnerung rufen. Für uns hier sollen momentan zwei Aspekte von Nutzen sein:

1. Nicht erst auf dem Podium, sondern bereits einige Zeit davor müssen wir unseren Gefühlen Beachtung schenken.

2. Fügen wir zur Auftrittsvorbereitung unserem (hoffentlich vorhandenen) Set an Entspannungstechniken noch die Gefühle „Freude“, „Spaß“ und „Selbstsicherheit“ hinzu.

In Wahrheit bedeutet diese Geschichte ja, dass das „Schicksal“ in Bezug auf Nervosität die Sorglosen bevorzugt und nicht die „Braven“, die Vorsichtigen, die an alle möglichen Schwierigkeiten gedacht haben.

Natürlich möchte ich hier NICHT behaupten, dass Emotionstraining Üben oder Training ersetzt. Aber das Beherrschen der eigenen Gefühlszustände schafft die Voraussetzung, dass Sie das Geübte zeigen können.

Mehr über „meinen Ansatz“

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