WO IST DER HUND BEGRABEN?

Um einen Feind bekämpfen zu können, müssen wir ihn zunächst kennen. Leider gibt es allerdings auch für die Bekämpfung von Lampenfieber, Auftritts- und Prüfungsängsten keine Patentlösung.

Denn, Lampenfieber sieht bei jedem anders aus. Wenn es dann darum geht, die Ursache zu finden, gleicht dies oft der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Wir brauchen daher einen verlässlichen Lotsen, der uns genau dorthin führt, wo die Probleme begonnen haben.

Was hat Lampenfieber mit Hunden zu tun?

Wenn wir offensichtlich unter Einfluss des Lampenfiebers nicht das tun können, was wir eigentlich wollen, warum entledigen wir und dann nicht unseres scheinbar unsinnigen Verhaltens, sobald wir uns dessen bewusst geworden sind?

Die Antwort lautet: So unsinnig ist unser Verhalten gar nicht. Es ist nur fehl am Platz, denn unser Körper wurde irgendwann aus irgend einem Grund auf ein Verhalten konditioniert, das der jetzigen Situation (nämlich der auf der Bühne) nicht mehr angemessen ist. Lampenfieber – ein bedingter Reflex?

Erinnern wir uns kurz an den Pavlow´schen Hund:

Da wurde Hunden ein akustisches Signal vorgespielt, dem ein Lichtblitz folgte.

Durch den Lichtblitz zogen sich die Pupillen der Hunde zusammen. Immer wieder und wieder wurde diese Kombination (Läuten – Lichtblitz) wiederholt.

Nach kurzer Zeit genügte das akustische Signal – jetzt ohne Lichtblitz – und die Pupillen der Hunde reagierten darauf mit Verengung. Grundlos?

Nein, die Hunde waren darauf konditioniert. Ihr Körper antwortete auf das Läuten automatisch.

Danach ersetzte man den Lichtblitz durch Nahrung.

Also Läuten – Nahrung -, Läuten – Nahrung, usw.

Plötzlich erlernten die Hunde eine andere unbewusste Reaktion. Erklang jetzt die Glocke – ohne Nahrungsverabreichung – blieben die Pupillen unverändert, stattdessen begann der Speichel zu fließen. Grundlos?

Nein, die Hunde waren umkonditioniert. Sie hatten eine andere Verhaltensweise übernommen. In beiden Fällen konnten sie natürlich auf diesen Reflex keinen willentlichen Einfluss nehmen.

Was bedeutet das für uns Menschen?

Auch wir sind konditionierbar. Demnach muss es möglich sein, unsere einschränkenden Verhaltensweisen gegen sinnvolle, stärkende zu vertauschen – uns umzukonditionieren.